Chirotherapie

Häufig werden Beschwerden durch Veränderungen am Bewegungsapparat verursacht. Manchmal reichen schon kleine Stolperschritte aus, um beispielsweise zwei Rückenwirbel gegeneinander zu verschieben. Die Folgen können sehr schmerzhaft sein und, falls nichts unternommen wird, auch langwierig.

Je nachdem wo eine Blockade oder Verschiebung ausgelöst wurde, machen sich die Auswirkungen unterschiedlich bemerkbar. Blockierungen an der Halswirbelsäule z. B. können Kopf- und Nackenschmerzen aber auch Schwindel, Seh-, Schluck-, Hör-, und Stimmstörungen sowie Ohrgeräusche und Schlafstörungen verursachen. Blockaden an der Brustwirbelsäule strahlen in Arme und Schultern aus und verursachen gelegentlich sogar Herzbeschwerden. Blockierte Lendenwirbel machen sich z. B. durch ein Ziehen im Bein bemerkbar, das bis zum Taubheitsgefühl führen kann.

Um Folgeschäden, z. B. Überdehnung der Bänder oder Verspannung der Muskulatur zu verhindern, kann ein chiropraktischer Eingriff helfen. Die Chiropraktik löst Blockaden und versucht, die ideale Mittelstellung der Wirbelsäule wieder herzustellen.

Die Lehre der Chirotherapie geht davon aus, dass die meisten Schmerzen an der Wirbelsäule durch Blockierungen der Wirbelgelenke zustande kommen. Darunter ist eine Art Verkeilung zu verstehen, etwa so, als würde eine Schublade klemmen. Diese funktionelle Veränderung kann der Chirotherapeut korrigieren. Bei einer Blockierung ist die ideale Mittelstellung verschoben, dadurch wird die Beweglichkeit eingeschränkt. Hält eine Blockierung länger an, können Überdehnungen oder Verkürzungen der Haltebänder die Folge sein. Eine weitere Folge von Blockierungen können Muskelverspannungen sein, die zu Fehlhaltungen führen. Oft werden dadurch auch umliegende Nervenenden gereizt, was erhebliche Schmerzen verursacht.

In der Therapie untersucht der Arzt das betroffene Gelenk mit seinen Händen, prüft die Funktionen und stellt die Richtung fest, in der das Gelenk blockiert ist. Der therapeutische Eingriff erfolgt immer in die freie Richtung, niemals in Richtung der Blockade. Der Griff erfolgt sehr schnell, sehr kurz und mit ganz wenig Kraft. Manchmal knackt es dabei hörbar, woraus sich die falsche Vorstellung entwickelt hat, der Chirotherapeut würde Knochen oder Wirbel wieder einrenken. Dies ist aber nicht möglich, da Wirbel sehr fest miteinander verbunden sind.

Die Chirotherapie kann Störungen im Funktionsablauf der Gelenke beheben, nicht aber angeborene oder erworbene Veränderungen. An der Halswirbelsäule kann eine Blockierung durch Schleudertrauma oder Prellung zustande kommen. Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- und Hörstörungen aber auch Tinnitus zählen zu den Folgen. In der Brustwirbelsäule können Blockierungen ebenfalls durch Stürze, Prellungen oder Stöße ausgelöst werden. Rückenschmerzen und Schmerzen, die in die Rippenbögen, Schultern und Arme ausstrahlen, können die Folge sein, ebenso Atembeschwerden und unter Umständen auch Herzbeschwerden. Die häufigsten Blockierungen in der Lendenwirbelsäule treten im Ileosakralgelenk auf, das Kreuzbein und Beckenschaufel verbindet. Entstehen kann die Blockade durch einen Stolperschritt oder auch durch falsche gymnastische Übungen oder Sporttraining. Die Folge von Blockaden im Lendenwirbelbereich sind u.a. ausstrahlende Schmerzen in die Beine oder Hexenschuss.